< vorheriger Artikel
02.05.2017 09:24

BAFU - Neues Dossier: Warum brauchen die Gewässer Raum?

Naturnahe Bäche, Flüsse und Seen beherbergen unzählige Tier- und Pflanzenarten und leisten einen erheblichen Beitrag zum Schutz vor Hochwasser, zur Trinkwasserversorgung und dienen auch der Erholung. Um all diese Aufgaben zu erfüllen, braucht es Wasser in einer guten Qualität, eine ausreichende Wasserführung sowie genügend Raum für die Gewässer. Im Zuge von Eindolungen, Begradigungen und Verbauungen wurde den Gewässern dieser Raum in der Vergangenheit vielfach weggenommen. Nun geht es darum, ihnen einen kleinen Teil davon wieder zurückzugeben. Mit der revidierten Gewässerschutzverordnung, die am 1. Mai 2017 in Kraft getreten ist, können die Kantone örtlich angepasste Lösungen finden.

Gewässer im Wandel der Zeit

Vielerorts präsentieren sich unsere Gewässer verbaut, begradigt und zwischen Dämmen eingezwängt. Im intensiv genutzten Mittelland haben rund 50 Prozent der Fliessgewässer kaum mehr etwas mit ihrem ursprünglichen Zustand zu tun, schweizweit haben rund 40 Prozent der Flüsse und Bäche zu wenig Platz. Eingedolt und verbaut wurden die Gewässer vor allem ab dem 19. Jahrhundert mit dem Ziel, Landwirtschafts- und Siedlungsland zu gewinnen und dieses auch vor Überflutungen zu schützen.

Im Laufe der Zeit wurde immer deutlicher, dass dadurch wertvolle Lebensräume verloren gegangen und als Konsequenz viele Tier- und Pflanzenarten gefährdet oder gar ausgestorben sind. Der Verlust der biologischen Vielfalt in und an Gewässern ist bedeutend. Erfahrungen der letzten Jahrzehnte machen deutlich, dass sich Hochwasser nicht alleine durch technische Massnahmen bändigen lassen. Zudem sind eingeengte Gewässer wenig attraktiv für die Freizeitnutzung und beeinträchtigen das Landschaftsbild. Kurzum, es gibt zahlreiche Gründe, den Schweizer Gewässern wieder einen kleinen Teil des Platzes zurückzugeben, den man ihnen über Jahrhunderte abgerungen hat.

weitere Informationen