Wildkatzenmonitoring Schweiz

Methode

Wildkatzen, getigerte Hauskatzen und Hybriden (Mischlinge) lassen sich rein äusserlich nicht eindeutig voneinander unterscheiden. Um die Tiere mit Sicherheit den einzelnen Katzenkategorien zuordnen zu können, müssen wir ihr Erbgut untersuchen. Im Wildkatzenmonitoring Schweiz werden Haarproben für die genetischen Untersuchungen mit der Lockstockmethode gewonnen. Dabei wird eine Holzlatte an dem gewünschten Stichprobenstandort aufgestellt und mit einem Lockstoff besprüht. Die erhöhte Holzlatte und der Lockstoff reizen vorbeikommende Wild- und Hauskatzen zum Markieren. Die Katzen reiben sich an der Latte und hinterlassen die gewünschten Haarproben.

Die Haare werden anschliessend einzeln untersucht. Zuerst wird das Erbgut aus der Haarwurzel extrahiert. Dann werden gewisse Genmarker (=Stellen auf dem Erbgut), die sich bei Wild- und Hauskatzen besonders stark unterscheiden, genauer analysiert. Die Rohdaten, die sich aus dieser Analyse ergeben, sind unten abgebildet. Jede Zeile zeigt die genetische Signatur, die sich aus einem Haar ergibt. Ein grüner Punkt bedeutet, es sind zwei eher wildkatzentypische Genvarianten (=Allele) an einem bestimmten Genmarker vorhanden, ein roter Punkt bedeutet, die beiden Genvarianten sind eher hauskatzentypisch. Blaue Punkte geben an, dass wild- und hauskatzentypische Genvarianten vorhanden sind. Ist die gesamte genetische Signatur mehrheitlich grün, handelt es sich eher um eine Wildkatze, eher rot um eine Hauskatze und eher blau um einen Hybriden. Um den genauen Hybridisierungsgrad eines Individuums festzustellen, sind aber detailliertere statistische Berechnungen nötig.